Wie Partizipation von Schüler:innen gelingt

Shownotes

"Man muss Demokratie nicht nur wollen, man muss sie auch können." Doch wo lernen junge Menschen eigentlich, dass ihre Stimme zählt, dass sie etwas bewirken, mitgestalten und Verantwortung übernehmen können? Viele erleben Schule bis heute als einen Ort, an dem vor allem andere entscheiden. Dabei ist die Erfahrung von Selbstwirksamkeit das Rückgrat einer demokratischen Gesellschaft: das Gefühl, dass sich etwas verändert, wenn ich selbst etwas tue. Wie kann Schule zu einem Ort werden, an dem Schüler:innen echte Mitbestimmung erleben, vom Schulessen bis zur Hausordnung? Was hat es mit "erlernter Hilflosigkeit" auf sich, und warum handeln Jugendliche oft erstaunlich vernünftig, wenn man ihnen etwas zutraut?

Darüber spricht Shelly Kupferberg mit Marina Weisband, Diplompsychologin, Beteiligungspädagogin und Leiterin des Schulbeteiligungsprojekts aula.


Informationen zum KIWI-Programm von CARE Deutschland e.V.: https://www.care.de/kiwi

Informationen zu Marina Weisband: https://marinaweisband.de/


Literatur- & Materialempfehlungen: „Die Neue Schule der Demokratie“ von Marina Weisband, Fischer, 2024 Gerhartz-Reiter, Sabine / Reisenauer, Cathrin (Hrsg.) (2020): Partizipation und Schule. Perspektiven auf Teilhabe und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen. Wiesbaden: Springer Fachmedien. Quenzel, Gudrun/ Beck, Michael/ Jungkunz, Sebastian (Hrsg.) (2023): Bildung und Partizipation. Mitbestimmung von Schülerinnen und Schülern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Opladen; Berlin; Toronto: Verlag Barbara Budrich.

Organisationen aula gGmbH: https://www.aula.de/ KIWI-Programm: https://www.care.de/bildung Schüler*innenhaushalt der Servicestelle Jugendbeteiligung e.V.: https://schuelerinnen-haushalt.de/ Servicestelle Jugendbeteiligung e.V.: https://www.servicestelle-jugendbeteiligung.de/ EDUCATION Y e.V.: https://www.education-y.de


In unserem Podcast bieten wir eine Plattform für freie Meinungsäußerung und einen offenen Dialog. Die geäußerten Ansichten und Meinungen spiegeln ausschließlich die persönlichen Perspektiven der jeweiligen Gäste wider und entsprechen nicht zwangsläufig der Haltung oder Meinung von CARE. Wir fördern den respektvollen Austausch unterschiedlicher Standpunkte, übernehmen jedoch keine Verantwortung für die Inhalte oder Aussagen Dritter.

Transkript anzeigen

00:00:01: Ich möchte nicht, dass Demokratie etwas ist, das ihr auch noch macht.

00:00:05: Oder wenn Zeit ist... Wenn Mathe durch ist dann ist jetzt Zeit für Demokratie.

00:00:09: Demokratie sollte etwas sein, was einfach eine andere Herangehensweise ist an das, was ihr sowieso

00:00:15: schon

00:00:15: macht.".

00:00:34: Mit dem Kiwi-Programm unterstützen wir Schulen dabei Vielfalt, diskriminierungssensible und konstruktiv zu gestalten mit kostenfreien Workshops für Schülerinnen und Fortbildungen und Materialien für Lehrkräfte.

00:00:46: Neuem Programm ist die KIVI-Prozessberatung.

00:00:50: Dabei begleiten wir Schulen über einen längeren Zeitraum und unterstützen sie dabei, Vielfalt und Teilhabe nachhaltig in der Schulentwicklung zu verankern.

00:00:59: Auch dieses Angebot ist kostenfrei.

00:01:01: Schreibt bei Interesse einfach eine E-Mail an kivietcare.de.

00:01:07: In diesem Podcast sprechen wir mit unseren Gästen über Schul- und Bildungsthemen für eine diverse Gesellschaft.

00:01:13: Und über Ideen, Erfahrungen und Methoden, die inspirieren und konkrete Impulse für den Alltag geben!

00:01:19: Heute geht es um Schülerinnenbeteiligung und Demokratiebildung, unterm wie Schule zu einem Ort werden kann an dem junge Menschen echte Mitgestaltung erleben.

00:01:29: Zu Gast ist Marina Weißband.

00:01:31: Sie ist Diplompsychologin und Beteiligungspädagogin, Leiterin des Aula-Projekts für SchülerInnen Partizipation gefragte Referenten zur politischer Partizepation digitaler Gesellschaft und Demokratiedebildung.

00:01:44: Marina, ich grüße dich!

00:01:45: Hallo!

00:01:47: In deinem Buch Die neue Schule der Demokratie, da beschreibst du wie lernen ja die Schule sein könnte.

00:01:56: Marina, die Schule deiner Träume?

00:01:58: Wie sieht ihr aus?

00:02:00: Die Schule meiner Träum ist erstmal ein Lebensort, der nicht geschlossen ist.

00:02:05: also es gibt nicht die Schule und das echte Leben sondern es ist ein Ort seiner Kommune ist und alle die da lernen und arbeiten sind ihre Besitzer.

00:02:18: Also sie gestalten diese Schule, sie machen die Regeln, Sie machen das miteinander täglich aus und sie schaffen sich gegenseitig die Räume in denen sie ihrer Neugier folgen können.

00:02:30: Es beginnt also schon mit einer ganz anderen Haltung, wenn ich dich recht verstehe.

00:02:34: Du schreibst Demokratie zu lernen ist für jede Generation eine Investition in die Zukunft und eine Notwendigkeit für die Gegenwart?

00:02:42: Was ist damit genau

00:02:43: gemeint?".

00:02:59: Das bedeutet, wir brauchen ein Heranwachsen einer Sozialisation die Kinder nicht darauf vorbereitet bloß Erwartungen zu erfüllen oder Konsumenten zu sein.

00:03:11: Oder Passivpflichten zu erfüllten.

00:03:14: also wenn mein Chef mir sagt trage die Kiste darüber dann trage ich sie da rüber.

00:03:18: sondern wir brauchen Kinder die in der Lage sind Die Welt zu sehen wie sie sein könnte, wir brauchen Kinder die in der Lage sind Probleme zu analysieren.

00:03:29: Wir brauchen Leute die in dieser Lage sind ihre eigenen Bedürfnisse zu äußern und Verantwortung für sich und andere zu tragen.

00:03:36: Das ist letztlich das Rückgrat einer demokratischen Gesellschaft.

00:03:40: ist.

00:03:40: wenn ich diesen Laden hier als Beinladen empfinde und nicht sage ah die da oben machen doch ihr was Sie wollen!

00:03:47: Und wenn wir so eine Gesellschaft erreichen wollen nochmal für unser politisches System, aber auch für unser Wirtschaftssystem.

00:03:55: Für unsere Familien-Systeme muss ich diese Kompetenzen irgendwo

00:04:00: erlernen.".

00:04:01: Und jetzt gibt es Kinder die haben ganz viel Glück mit ihrem Haushalt und die kriegen das von den Eltern mit.

00:04:05: Super!

00:04:06: An die wende ich mich aber gar nicht sondern es geht mir um die Kinder die dieses Glück nicht haben und die immerhin den Großteil ihres Tages in einem Umfeld verbringen wo sie bis hierher doch sehr häufig gesagt bekommen, was sie tun müssen.

00:04:22: Und damit natürlich einer großen Verantwortung entledigt werden und gar nicht diese Umsicht für andere entwickeln

00:04:31: können.".

00:04:33: Und jetzt machen wir auch den Realitätsabgleich mit der Schule.

00:04:37: Schule ist immer noch in großen Teilen hierzulande eine mehr- oder weniger autoritäre und nicht demokratische Angelegenheit, worüber ich mich immer wieder wundere muss ich sagen?

00:04:49: Denn vieles weiß man darüber ja schon!

00:04:52: Es gibt diesen Spruch Lehrer des zwanzigsten Jahrhunderts unterrichtet Schüler des einundzwanzigste Jahrhunders mit Mitteln des neunzehnten Jahrhundreds.

00:05:00: was denkst du über diese Aussage?

00:05:03: Ich meine, nicht immer falsch.

00:05:05: Inzwischen auch nicht immer richtig.

00:05:06: Schulen sind in erster Linie sehr unterschiedlich und das macht es ein bisschen schwer darüber zu reden denn wenn ich jetzt anfange zu verallgemeinern dann werden sich ganz viele nicht gesehen fühlen.

00:05:15: Es gibt ja auch ganz fantastische Schulen.

00:05:17: Es gibt superviele Schulen in Deutschland die sich auf den Weg machen.

00:05:21: aber wir haben im System Schule eine Besonderheit gegenüber fast allen anderen Berufen dass alle meinen zu wissen, wie Schule ist weil sie es selbst erlebt haben.

00:05:32: Es ist halt dieser krasse Vererbungseffekt.

00:05:35: bevor ich auch nur mit der Ausbildung als Lehrerin anfange habe ich ja schon dreizehn Jahre Beobachtungslernen hinter mir Wie Schule isst und das haben auch die Eltern Und Das prägt eine sehr krasche Erwartungshaltung und deswegen sind zum Beispiel auch meistens die Eltern das konservativste Element in der Schule.

00:05:54: Weil alle so eine Idee davon haben, wie sie ist und weiß ich das so stark vererbt, kriegen wir ganz schwierig nur kulturelle Veränderung da rein.

00:06:05: Also du meinst auch deswegen tun wir uns so schwer mit neuen Konzepten über Schule- und schulischen Alltag auseinanderzusetzen?

00:06:13: Da gibt es also Vorstellungen die alttradiert hergebracht sind und nicht hinterfragt werden.

00:06:18: seltsamerweise!

00:06:19: Genau.

00:06:20: Wir haben im Kopf ein Schema und das eine ist, dass es einfach unsere Erwartungshaltung ist und unsere Erwartungshaltungen und Weltbilder sind sehr stabil.

00:06:28: Und das andere – und das ist meine persönliche Theorie.

00:06:30: Man müsste sie gucken aber ich glaube da hängt auch ganz viel Trauma mit drin.

00:06:36: Ich glaube Erwachsene die gesagt bekommen hey eigentlich muss Schule gar nicht so schwer sein?

00:06:44: Eigentlich kann sie viel mehr auf deine Bedürfnisse eingehen.

00:06:46: Eigentlich musste dich gar nicht traumatisieren Fragen sich unbewusst.

00:06:52: Hey, heißt das... Also wenn es besser ginge, heißt dass ich habe umsonst gelitten?

00:06:59: Nein, das kann nicht sein!

00:07:00: Das muss aus irgendeinem Grund notwendig gewesen sein.

00:07:03: Ich glaube, das ist etwas, was wir uns viel selbst erzählen und uns selbst darüber zutrösten, dass wir eigentlich hier in einem Umfeld gelernt haben, dass dem Lernen oft sehr zuträglich war.

00:07:13: Da höre ich die Psychologen durch, mach mir eine Weißband zu Gast im Care-Podcast.

00:07:18: Seit vielen Jahren führst du Beteiligungsprozesse an Schulen mit einer Methode durch, die nennst Du Aula?

00:07:24: Das ist ein ganzes Konzept das dahinter steht.

00:07:26: wie kommst du denn dazu?

00:07:29: Ich war ja selber sehr apolitisch ich bin Flüchtlingskind.

00:07:32: ich habe mich nie gefragt in der Schulzeit ob ich irgendwas mitzubestimmen habe oder ob irgendjemand mir meine Meinung interessiert.

00:07:39: Die Antwort war für mich immer nein.

00:07:41: Und dann bin ich in die Politik gerutscht, sehr unerwartet als junger Erwachsener und bin in der Vorstand einer Partei gelandet.

00:07:49: Und habe dort glaube ich gelernt okay man muss Demokratie nicht nur wollen, man muss sie auch können.

00:07:55: Das war damals die Piratenpartei?

00:07:58: Genau da gehömmert... Da war ich halt zusammen mit ganz vielen anderen jungen Menschen, die super motiviert waren.

00:08:03: aber teilweise haben wir auch nicht das Grundhandwerkszeug mitbekommen.

00:08:09: Vor allem habe ich halt da erst gemerkt, wie mächtig Selbstwirksamkeit ist.

00:08:13: Also dieses Gefühl – oh!

00:08:15: Ich hab irgendeine Macht in der Welt.

00:08:16: Wenn ich etwas tue dann verändert sich etwas.

00:08:19: Das ist etwas das ich im Aufwachsen gar nicht so hatte.

00:08:22: Ich finde aber dass es grundlegend wichtig ist Kindern das zu vermitteln denn wir können Zehntausendmal Institutionskunde machen ja?

00:08:30: Wir können super oft sagen wie der Bundestag sich zum Bundesrat verhält.

00:08:36: Das wird niemanden interessieren, weil das nichts mit der Lebensrealität von Kindern zu tun hat.

00:08:40: Wir können sagen es ist super wichtig zu wählen aber gleichzeitig verbieten wir Kinder ja das Wählen und wir können sagen Es ist superwichtig dass ihr tolerant seid.

00:08:49: Aber warum muss ich tolerant sein wenn ich sowieso keine Machtung keinen Einfluss auf irgendjemandem habe?

00:08:54: Für mich ist der erste Schritt zu begreifen eine Wirkung auf meine Umgebung habe, dass ich Verantwortung trage.

00:09:01: Und dann der zweite Schritt ist das ich mich frage okay was irgendwie kann in dieser Verantwortung gerecht werden?

00:09:06: Was fange ich damit an?

00:09:08: Dann bin ich schon mal motiviert dieses Handwerkszeug zu lernen.

00:09:12: Ganz wesentliche Bausteine die sich auch im Konzept und im Alltag und in der Praxis von Aula wiederfinden.

00:09:22: Lass uns mal ein bisschen mitlaufen.

00:09:23: wie läuft denn die Implementierung von Aulahanschulen in der praxis ab?

00:09:28: Kommt da jemand von dem Aula-Team an die Schule, um Aula der Schulleitung in einem Kollegium vorzustellen und wenn ja was passiert dann?

00:09:36: Ich gebe jetzt die allablödeste Antwort nämlich je nachdem.

00:09:40: Wir entwickeln Aula für alle Formen von Schulen und auch für außerschulische Institutionen.

00:09:45: Ab übernächstem Jahr können auch Grundschulen bei Aula mitmachen.

00:09:48: bisher arbeiten wir so mit Schülern ab Klasse fünf einfach weil es noch relativ schriftbasiert ist Und die Idee ist, dass wir eine Art Adapter schaffen für demokratische Lebenskultur.

00:10:01: Das heißt wenn sich eine Schule auf den Weg machen will dann kann die Schulleitung oder eine Lehrkraft oder die Schülervertretung ein E-Mail an uns schreiben bzw unser Kontaktformular auf aula.de benutzen.

00:10:13: und dann gibt es mehrere Möglichkeiten Aula an der Schule zu implementieren und die erste ist ganz kostenlos man kann einfach unsere Software runterladen selbst installieren Braucht technisches Know-how, braucht Datenschutzkonformes Hover und so weiter?

00:10:28: Man kann sich unsere Materialien runterladen.

00:10:30: Und wir haben ein kostenloses e-Learning mit dem die Moderatorinnen, die Administratoren und alle Beteiligten die Plattform kennen lernen können.

00:10:39: Und man kann loslegen – völlig kostenlos!

00:10:42: Man kann die Materialien verändern wie man will.

00:10:44: Deswegen haben wir eine große Dunkelziffer an Schulen von denen ich einfach nichts weiß weil sie melden sich gar nicht erst bei uns.

00:10:51: Diejenigen, die sich bei uns melden sagen meistens entweder wir können das selber durchziehen aber wir hätten gerne jemanden der das hostet und dann machen wir.

00:11:02: das kostet im Moment etwa dreißig Euro im Monat.

00:11:04: Und dann helfen wir euch auch mit Softwareproblemen.

00:11:08: oder ihr sagt Wir brauchen auch Begleitung.

00:11:11: Das heißt wir uns reichen eure kostenlosen Materialien nicht.

00:11:15: dass ihr an unsere Schule kommt und uns begleitet.

00:11:18: Was wir dann machen, ist... Wir sind sechzehn Leute unter ein Hund.

00:11:22: also wir können nicht in allen Schulen in Deutschland sein.

00:11:25: Wir können aber mit BotschafterInnen verbinden, also Multiplikatoreninnen die in den verschiedenen Regionen arbeiten und die begleiten dann die Schulen.

00:11:38: das heißt wir können euch connecten wie auch immer in eurer Region ist.

00:11:42: Das ist die eine Variante oder die andere Variante.

00:11:44: Wir haben auch ein kleines Kontingent, das wir selber betreuen und da entstehen dann Rechnungen weil dass es letztendlich unsere Arbeitszeit.

00:11:54: dafür müssen wir dann Geld nehmen.

00:11:56: aber insgesamt versuchen wir es so zu machen, dass keine Schule Aula nicht machen kann, weil sie sich nicht leisten kann.

00:12:03: deswegen haben wir auch einen Formen und wir sind spendenbasiert, wir leben von Spenden Und wir versuchen möglichst viele Multiplikatoren auszubilden.

00:12:11: Wir haben jetzt gerade hundertfünfundsiebzig Multiplikatorinnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und möchten einfach das dieses System sich möglichst verhebstständig.

00:12:21: Dann lass uns da mal reingehen in dieses System.

00:12:23: ich muss natürlich noch fragen welche Aufgabe der Hund hat?

00:12:27: Der ist ja Bürohund!

00:12:29: Die gute Seele.

00:12:30: Die gute Sele und sie sorgt für die Moral.

00:12:33: Sie ist die moralverantwortlicher.

00:12:35: Ja

00:12:35: jedem Team ein Hund, wenn das so ist.

00:12:38: Also es geht darum Schülerinnen zu ermöglichen an schulischen Entscheidungen teilzuhaben selbst wirksam zu sein?

00:12:46: Zu werden.

00:12:47: ich glaube dass es schon klar geworden im Rahmen von Aula was können denn das für Entscheidung sein?

00:12:52: und lässt sich das tatsächlich als Prinzip auch auf alle Bereiche des schulischem Alltags anwenden

00:13:00: auf fast alle Bereiche.

00:13:02: Und zwar besteht Aula aus drei Teilen und der erste Teil ist eine Online-Plattform, und wir benutzen eine Onlineplattform weil wir ja alle die an der Schule leben und arbeiten mit einbeziehen wollen und es wäre einfach einen logistischer Riesenaufwand jede Woche die gesamte Schule in der physischen Aula zu versammeln.

00:13:20: das geht schon mal nicht.

00:13:21: Das heißt sie benutzt eine Plattform die hilft die Schülerinnen der ganzen Schule miteinander ins Gespräch zu kriegen aber auch diesen Entscheidungsfindungsprozess zu strukturieren, zu protokollieren und transparent-und nachvollziehbar zu machen.

00:13:37: Das zweite Element ist aber der Unterricht.

00:13:40: also wir können ja nicht schülern eine App vor den Latzknallen und sagen so jetzt seid mal demokratisch sondern wir müssen reflektieren was da passiert Und das ist die Aula-Stunde und unsere Lehrmaterialien, in denen wir gucken.

00:13:53: Okay, wer hat denn eine neue Idee?

00:13:55: Möchtest du sie vorstellen?

00:13:57: Welche Vorteile bietet Sie?

00:13:58: auf welche Bedürfnisse geht sie ein?

00:14:00: Wem könnte sie schaden?

00:14:01: wie können wir hier Minderheitenschutz machen?

00:14:03: Wie können wir Kompromisse machen?

00:14:05: Wer ist dafür verantwortlich?

00:14:07: was ist der Zeitplan?

00:14:08: Was ist der Kostenplan

00:14:09: usw.?

00:14:11: Bei Aula ist das Prinzip dass wir ja auch das dritte Element.

00:14:16: sehr zentral ist der Vertrag.

00:14:18: Wir schließen immer pro Schule einen Vertrag, die Schulkonferenz verpflichtet sich freiwillig alle Ideen mitzutragen, die die Schülerinnen per Aula beschließen.

00:14:31: Das bedeutet das im Prinzip jetzt die Macht der Schulkonferenz bekommen – ein Stück weit!

00:14:42: Grenzen dessen drin.

00:14:43: Sie dürfen keine Gesetze brechen, sie dürfen kein Geld ausgeben das nicht da ist sie dürfen keine Lehrer entlassen oder sonst was.

00:14:49: Das heißt die bekommen nicht die ganze Macht der Schulkonferenz sondern ein Teil.

00:14:53: aber dieser Teil wird ganz klar bezeichnet.

00:14:55: also sie dürfen zum Beispiel Die Hausordnung verändern sie dürfen Veranstaltungen planen sie dürfen Keine Ahnung mit der Busgesellschaft die Busfahrzeiten bestimmen sie dürfen das Essen planen und so weiter.

00:15:09: Wir stoßen natürlich an Grenzen des Schulbeteiligungsgesetzes, ja also das Schulgesetz der Brandschutz und so weiter.

00:15:17: Das sind alles unsere Rahmen aber wir versuchen an jeder Schule so viele Freiheiten wie möglich für die SchülerInnen rauszuschlagen.

00:15:27: Es ist immer die Aufgabe der Schülerin in Vertretung Und es is eine Erlaubnis!

00:15:34: Das heißt es ist kein Wunschkonzert.

00:15:36: Also wenn die Schülerinnen irgendwas beschließen dann heißt es nicht dass die Lehrerinnen jetzt Angebote einholen müssen und sich kümmern müssen, sondern es ist ein Erlaubnis für die Schülerinnen das selbst zu tun weil Demokratie auch Arbeit ist.

00:15:50: Jetzt könnte das etwas sein, du hast es auch kurz schon mal genannt wie das Essen in der Schule.

00:15:56: Sagen wir mal das Schulfrühstück oder die Frage Kaugumia?

00:15:59: Oder nein im Schulunterricht wenn du mal so ein bisschen Revue passieren lässt denn du bist ja seit vielen Jahren schon in dem Bereich aktiv gab's Entscheidungen die dich manchmal besonders überrascht haben.

00:16:10: welche waren?

00:16:11: das?

00:16:12: mich überraschte total immer noch und ist es auch immer eine riesige Überraschung für die LehrerInnen Wenn die SchülerInnen Erstaunlich vernünftig handeln.

00:16:23: Das bekannteste Beispiel, das ich da gerne bringe ist eine Schule.

00:16:27: die hatte dreitausend Euro gefundraced und konnte per Aula entscheiden wie sie die ausgibt.

00:16:31: und dann war eine Idee ein Kaugummi-Automat.

00:16:34: Und da waren alle total begeistert und wollten einen Kaugumi-Automat.

00:16:37: bis jemandem auf fehl moment wir dürfen aber gar kein Kaugomi kauern in der Schule.

00:16:43: dann waren die erst mal alle total enttäuscht.

00:16:46: Und da hat jemand gesagt, Moment wir dürfen aber doch die Hausordnung ändern das heißt wir dürfen uns das Kaugummi-Kauen erlauben.

00:16:52: und dann waren alle davon begeistert.

00:16:54: und dann hat ein Mädchen gesagt ja moment wenn wir uns das kaugumi kauen erlaufen und überall sonst ist es verboten und alle Tische und Bänke sind überall sauber nur bei uns kleben die voller Kaugummis.

00:17:06: was sollen denn dann die Leute denken?

00:17:09: Das finde ich erstens ein bemerkenswert deutsches Argument und zweitens gab es dann große Diskussionen und tatsächlich haben die Fünft- und Sechsklässe dieser Schule beschlossen, Kaugummi Kauen bleibt verboten.

00:17:27: Weil sie eingesehen haben dass es für dieses Verbot gute Freunde gab.

00:17:30: das waren Schülerinnen die drauf und dran waren sich das zu erlauben ne?

00:17:35: Und das Lustige ist.

00:17:36: man könnte jetzt natürlich sagen die sind genau da gelandet wo sie vorher auch waren.

00:17:40: Kaugumi Kauen ist nach wie vor verboten Aber jetzt sind sie natürlich in Wirklichkeit an einem völlig anderen neuen Ort.

00:17:48: Sie haben jetzt diese Regel gemacht, das ist jetzt keine drakonische Regel die von oben auf auktoriert ist sondern dass es jetzt ihre Regel.

00:17:56: und das heißt sie setzen sich auch durch und achten darauf Und es macht insgesamt viel weniger Kopfschmerzen.

00:18:03: Jetzt weiß man muss nicht immer so alle Lehrer so Hör auf kaum um mich zu kauen Sondern es ist jetzt Und das ist etwas, dass ich oft beobachte.

00:18:13: Dass Jugendliche, die als vernünftig angesprochen werden auch extrem vernünftig handeln.

00:18:20: Letztlich ist das auch eine Win-win-Situation, wenn man das so nachvollzieht wie du es gerade beschrieben hast.

00:18:25: Denn auch Lehrerinnen kommen eben nicht in diese blöde Rolle die sie ja auch nicht immer mögen zu verbieten, zu maßregeln.

00:18:34: also insofern hört sich das von allen Seiten gut an.

00:18:37: aber es gibt sicherlich und das hast Du schon angedeutet Grenzen wenn's ans Schulgesetz meines Halben geht oder an Rahmenbedingungen die Schule bieten muss.

00:18:45: Wie ist das mit Lehrinhalten?

00:18:47: Kann da auch Aula irgendwie greifen?

00:18:50: Ja, also wir haben oft im Vertrag so eine Formulierung wie Kurikulum darf in Absprache mit den zuständigen Lehrerinnen beeinflusst werden.

00:19:02: Es ist natürlich sehr schwer weil das sehr stark vorgegeben ist und die Lehrinhalte... Das ist ja auch etwas woran die LehrerInnen gar nicht so viel teilweise schrauben können.

00:19:14: Aber sie haben Freiheiten.

00:19:15: Und es ist die Aufgabe der Schule und der Lehrkräfte, diese Freiheiten jetzt an die Kinder zu kommunizieren um zu sagen in dem Rahmen indem ich kann möchte ich euch erlauben eurer Neugier zu folgen.

00:19:27: Da wurde mit Aula jede Menge gemacht.

00:19:29: also es gab große Einflüsse auf.

00:19:31: wie leere ich zum Beispiel das Smartphone Tag wo eine ganze Schule einen Tag lang allen Unterricht mithilfe des Smartphones machen musste.

00:19:39: oder Wir haben irgendwie so Reifungsprozesse einer Banane in Videos festgehalten.

00:19:47: und dann die verschiedenen Aspekte, das sind chemischen.

00:19:51: Die lyrischen

00:19:51: Dinge, die da passieren...

00:19:54: ...die biologischen, dass alles aufgedröselt.

00:19:59: Und eine Schule hat zum Beispiel beschlossen, dass sie Handlehrzettel mit in die Klausur nehmen darf was ich großartig fand gerade von den Lehrenden, die damit gemacht haben.

00:20:10: Aber da gibt es natürlich sehr, sehr große Vorbehalte.

00:20:13: Also gerade von leerenden Seite gibt es oft die Angst dass man es nicht schafft seinen Job gut zu machen wenn die Kinder einem reinreden während sich diese Angst in der Praxis eigentlich meistens auflöst und das ist mein Hauptberuf glaube ich mit den Lehrkräften zu sprechen uns ein bisschen Organisationsentwicklung zu machen Personalentwickling zu machen um zu verstehen, was ist das, was dir Angst macht?

00:20:39: Was brauchst du und dich sicher und wohl zu fühlen?

00:20:43: Und wie kriegen wir das hin?

00:20:44: unter der Bedingung von Beteiligungen.

00:20:47: Letztlich hat es also auch viel mit Vertrauen zu tun, wenn ich's recht verstehe oder?

00:20:51: Es hat alles mit Vertrauen zu tun!

00:20:52: Am Ende ist die Einführung von Aula eigentlich die Kommunikation.

00:20:57: Wir vertrauen euch, wir glauben an euch Und wenig ist so förderlich für das Wachstuken von Kindern wie genau diese Aussage, wenn man sie ernst meint.

00:21:10: Kurz unterbrechungen eigener Sache.

00:21:13: Das Kiwi-Programm von Kehr Deutschland bietet kostenfreie Fortbildungen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte an – in Präsenz & online.

00:21:22: Die Fortbildungen unterstützen euch dabei, Vielfalt im Schulalltag bewusst einzubeziehen und diskriminieren des Sprechen- und Handeln zu erkennen und abzubauen.

00:21:33: Eure diskriminierungskritische Haltung wird gestärkt und pädagogische Handlungsräume werden eröffnet.

00:21:39: Die Angebote sind kostenfrei und werden bedarfsorientiert durchgeführt – in Unterricht an Projekttagen oder als schulinterne Fortbildung.

00:21:48: Mehr Informationen und Anmeldung unter Kiwi at care.de oder care.d.e.

00:21:56: slash kiwi und natürlich in den Show Notes Marina, wenn junge Menschen mit entscheiden dann treffen unterschiedliche Perspektiven und Lebensrealitäten auch Interessen aufeinander.

00:22:11: Das Kiwi-Programm von Kehr das arbeitet genau an dieser Frage wie gelingt Zusammenarbeit in vielfältigen Gruppen?

00:22:19: Welche demokratischen Kompetenzen brauchen junge Menschen um mit Unterschiedlichkeit produktiv umzugehen?

00:22:25: was würde es zu sagen was spielt da vor allem eine Rolle?

00:22:30: Wir haben verschiedene Stufen und ich glaube, die meisten Modelle fangen zu spät an.

00:22:34: Die fangen dann an bei irgendwie meine Anliegen-deineanliegen argumentieren Streiten Meinungsfindung.

00:22:43: Ich bin noch eine Stufe davor.

00:22:44: Ich bin auch bei der Wahrnehmung.

00:22:46: Ich glaube das allererste was junge Menschen lernen müssen ist ihre Bedürfnisse wahrzunehmen Denn das ist etwas, dass wir Menschen gar nicht unbedingt gut können und es schadet uns.

00:22:56: Es schadelt uns im Berufsleben, es schädelt uns in der Ehe wenn wir nicht kommunizieren können.

00:23:00: was brauche ich eigentlich?

00:23:02: Selbst wenn die Kinder bei Aula eine Idee einstellen wie zum Beispiel Ich hätte gerne einen Gebetstraum oder ich hatte gerne Pizza zum Mittagessen Denken sie selten darüber nach war unmöchte ich das eigentlich.

00:23:14: Und das ist ein sehr mächtiger Gedanke wenn wir zb über Leute denken.

00:23:17: wir sagen ausländerhaus Das begegnet uns ja auch an der Schule häufig, dass wir mit Intoleranz zu tun haben.

00:23:23: Mit Rassismus und Sexismus ist die mächtigste Frage, die ich so jemandem stellen kann.

00:23:29: Warum möchtest du das?

00:23:30: Welches Bedürfnis steckt dahinter?

00:23:33: denn wenn ich wirklich über bedürfnisse frage dann komme ich ganz häufig zur allgemeinen Grundbedürfnissen wie Teilhabe, Sicherheit gesehen werden.

00:23:43: Dinge, die wir eigentlich gerne erfüllen.

00:23:45: aber stattdessen bleiben wir auf dieser oberflächlichen Ebene und blocken ab und sagen nein das ist rasistisch darfst du nicht sagen was völlig korrekt.

00:23:51: ich muss ja die anderen Schüler auch schützen Aber Ich muss ja trotzdem verstehen was steckt da gerade hinter?

00:23:58: Mit Aula versuche ich Kindern Erstmal in einem ersten Schritt überhaupt beizubringen ihre eigenen Bedürfnisse zu begreifen.

00:24:05: Was will ich warum will ich es?

00:24:08: Und dann in einem zweiten Schritt sprallen diese Bedürfnisse natürlich auf die Bedürfenisse anderer Kinder.

00:24:14: Und wir lernen, oh, Kinder haben sehr unterschiedliche Bedürfonisse!

00:24:17: Das ist etwas wo wir sehen dass ein Kind weiter als viele Erwachsene.

00:24:21: Also wenn die Kinder sagen, oh wir hätten gerne einen Klassenhamster oder ja gar ihr Klassenamster bevor die Lehrerin auch nur schreiend dazwischen springen kann sagt ein Mädchen, oh ich bin aber allergisch auf Hamster.

00:24:33: und was passiert da?

00:24:34: Dann sagt die ganze Generation, okay dann geht das nicht.

00:24:37: Und dann frage ich, Moment!

00:24:38: Warum sagt ihr jetzt das geht nicht?

00:24:39: Weil ihr seid ja eine Mehrheit.

00:24:41: Ihr wollt ja allein Hamster und sie ist alleine, warum sagt ihr es geht

00:24:45: nicht?!

00:24:46: Und die machen das ganz intuitiv.

00:24:49: Ich muss ihnen nur noch beibringen, dass was ihr gerade gemacht habt war Minderheitenschutz.

00:24:55: Ihr habt grade ein Rechtsgüterabwägung gemacht und ihr habt gerade gesagt euer kollektiver Wunsch nach einem Hamster wiegt weniger als das Recht dieses Mädchens aufteilnahm am Unterricht und Gesundheit.

00:25:05: Und ich finde das sehr stark, weil es bedeutet dass wir uns viele Sachen eigentlich nur... Wir brauchen wieviele Sachen?

00:25:13: einfach nur eine Sprache die wir aber intuitiv schon verstehen.

00:25:17: und wenn wir die Sprache dafür entwickeln dann können wir diese Prinzipien in unser Erwachsenenleben einbauen.

00:25:23: Und welche Beobachtungen machst du dabei?

00:25:24: Wenn solche Prozesse also erst einmal besprochen worden sind praktiziert worden, sind wie verändert sich Schulalltag dadurch zum Beispiel?

00:25:33: Also wir sehen bei Aula einen Zusammenwachsen der Schulgemeinschaft.

00:25:37: Das hat ein bisschen damit zu tun, dass die älteren und jüngeren Kinder sich gegenseitig gut unterstützen... ...dass die Kinder mit mehr Förderbedarf und weniger Förder bedarfe sich gegensächlich gut unterstützen.

00:25:47: Und zwar geht es beides in eine eliten Richtung.

00:25:49: Die Kinder mit viel Förder Bedarf und die Jüngere Kinder haben beide oft nicht so große Scheuklappen wie die Welt sein könnte.

00:25:58: Die sind nicht so auf Norm gedrillt, sag ich mal und haben dann oft kreativere Ideen.

00:26:05: Aber die älteren Kinder oder Kinder mit weniger Förderbedarf, denen fällt es dann oft einfacher diese Ideen in konkrete Projektpläne zu gießen.

00:26:14: Und durch diese Kooperation entstehen einfach bessere kreative Ideen, die dann auch Hand und Fuß haben.

00:26:22: miteinander reden müssen, allein schon um die gegenseitige Bedürfnislage zu erkennen.

00:26:27: Um bei sich gegenseITich Werbung zu machen und zu argumentieren.

00:26:31: Wachsen Sie halt zusammen weil sie einander kennenlernen als Menschen nicht nur als Mensch denn neben mir auch Dinge auswendig lernt.

00:26:37: Blöd gesagt!

00:26:38: Es ist aber interessant was du gerade gesagt hast also dass jüngere Kinder oft noch mal ganz anderen Vorstellungen kommen sehr viel kreativer und freier eben von Regularien.

00:26:49: ich kann mir das sofort vorstellen, aber dann gibt es sicherlich auch solche die eher so eine Konsumentin-Roller einnehmen und die anderen sind so die Gestaltenden.

00:27:00: Gibt es da auch irgendwelche Methoden da mal den Spieß umzudrehen oder zumindest das zu probieren?

00:27:07: Ich versuche nicht den Spiez umzutrehen.

00:27:09: Das lohnt sich meistens nicht.

00:27:12: Aber also sagen wir so erstens ich möchte gar nicht dass alle sich immer beteiligen.

00:27:19: Das ist eine viel zu hohe und unrealistische Forderung.

00:27:26: Und es ist auch nicht nötig, was ich möchte, dass es nicht diese Trennung gibt zwischen uns hier unten und die da oben oder die machen und die konsumieren.

00:27:35: Ich möchte das jedes Kind sich eingeladen fühlt mitzumachen.

00:27:39: Und das machen wir indem wir sehr niedrigschwellig sind und als Einstiegsdroge in Partizipation fungieren.

00:27:49: Schüler, der sitzt mit verschränkten Armen ganz hinten und ist zu cool für alles und macht mir nichts mit.

00:27:56: Und dann ist es meistens ... Der erlebt ja trotzdem die Aulerstunde.

00:27:59: Er wird ja trotzdem von diesem demokratischen Geist riesig passiv.

00:28:04: Dann passiert meistens eine Idee, die jemand hat hey wir könnten noch jeden Fahrradstall einstellen müssen nur das Fußballtor abbauen.

00:28:10: Und da richtet er sich auch wie im Moment das Fußballtor abbauen ne?

00:28:13: Das geht aber gar nicht!

00:28:15: Und dann geht er auf die Plattform und stimmt dagegen weil ist es nur ein Klick.

00:28:19: Und man kann das jetzt für faul halten, man kann jetzt sagen ja gut Einglick ist ja nicht wirklich Partizipation aber der Erz ist ja schon eingelockt.

00:28:27: und jetzt ist die Wahrscheinlichkeit dass er nochmal klickt halt viel höher.

00:28:30: und wenn er schon paar Mal geglickt hat dann ist die Wahrscheinlichkeit da sein Verbesserungsvorschlag schreibt viel höher.

00:28:35: Und wenn er mal was geschrieben hat naja dann ist es auch nicht weit dass er eine eigene Idee einstellt.

00:28:42: Wenn er nie eine Idee ein stellt.

00:28:44: wir haben so verschiedene Kinder und ich habe Kinder Die generieren pro Tag ein tausend Ideen.

00:28:51: Und von denen sind neunhundert und neunundneinzig Scheiße!

00:28:54: Und ich hab Kinder, die sind richtig gut darin diese zwei guten Ideen zu identifizieren.

00:28:59: Ich habe Kinder, der total methodisch sind und die können supergut einen Projektplan ausarbeiten.

00:29:06: Und Kinder, sie sind total sozial und können Werbung dafür machen und trommeln.

00:29:10: Es ist gar nicht notwendig dass jedes Kind achtzehn Ideen am Tag einstellt.

00:29:14: es ist wichtig das jeder irgendwo seine Nische findet, wo man das Gefühl hat oh ich komme hier gut zurecht.

00:29:24: Ich kann das hier gut!

00:29:25: Das ist was ich in meine Gesellschaft einbringen

00:29:27: kann.".

00:29:27: womit du auch die Methode noch mal ein bisschen ja auserzählt hast, eben dass das alles über die Digitalität läuft und dann auch einsehbar und sichtbar ist.

00:29:37: Wenn man das sozusagen auf die Wand der Schulklasse projiziert, dann schaut man welche Ideen sind eingegangen?

00:29:42: Wer ist dafür?

00:29:43: Wer isst dagegen?

00:29:43: Aus welchen Gründen usw.

00:29:45: Sofort, dass es eben das Wesen dann dieser App kriegst du manchmal so was mit wie ich will's mal nennen erlernte Hilflosigkeit erlebt ihr auch sowas.

00:29:57: Das ist genau das was, also ein Teil dessen wenn ich sage die Älteren sind häufig weniger kreativ und häufig auch weniger motiviert mitzumachen.

00:30:08: Und das ist tatsächlich einen Phänomen.

00:30:11: Ich habe mir das Wort erlernte Hilflosigkeit aus der Depressionspsychologie geborgt aber dort beschreibt es einen ähnlichen Umstand Wenn ich lange in einer Umgebung bin in der ich nichts ändern kann in der auf Nichts Einfluss habe und plötzlich

00:30:25: bekomme

00:30:26: ich Einfluss auf etwas, dann habe ich nicht die Motivation das zu nutzen.

00:30:31: Und das erleben glaube ich ganz viele Lehrerinnen, SchulbegleiterInnen, die sagen ja aber komm jetzt beteilige dich doch mal jetzt darfst du ja?

00:30:40: Und da sagen die Kinder nö!

00:30:41: Ich will nich'.

00:30:43: Das liegt nicht daran dass sie doof sind oder faul es liegt daran dass Sie gelernt haben Energie die ich in Beteiligung stecke verpufft.

00:30:53: Wir sind frust spahrende Wesen, wir sind energiespahrenden Wesen.

00:30:56: Das heißt, wir ersparen uns den Frust der Enttäuschung in dem wir gar nicht erst den Wunsch entwickeln.

00:31:02: Darüber müssen wir alle als Beteiliger hinaus und da gibt es nur ein einziges Gegengerezept.

00:31:09: Wir müssen andere Erfahrungen sammeln.

00:31:11: Und wenn ich ganz tief in der Erlernen-Nillflosigkeit stecke dann können das nur kleine Erfahrungen sein weil ich mich gar nicht aufraffen kann zu großen Dingen.

00:31:19: Ich muss aber selbst Wirksamkeitserfahrungen machen.

00:31:23: Die blödeste Selbstwirksamkeit-Erfahrung ist, wenn ich einen Stift hebe dann ist der Stift weiter oben.

00:31:29: Wenn ich mit Farbe eine Leinwand berühre habe ich gemalt!

00:31:33: Ich kann mir zehn Tage mal sagen, ich kann nicht malen... ...aber wenn ich das einfach physisch mache, dann habe ich irgendwas gemalt, egal wie abstrakt das ist.

00:31:40: Ich kann eine superkleine einfache Idee umsetzen und ich kann sagen.. ..ich möchte eine Klassenpflanze und dann stimmt meine Klasse dafür ab und dann steht da eine kleine Pflanze.

00:31:49: Aber diese Pflanze ist jetzt eine physische Manifestation meiner Selbstwirksamkeit.

00:31:52: Ich setze mit jeden Morgen den Unterricht, sehe sie und denke oh ja das habe ich gemacht!

00:31:57: Und letzten Endes ist auch zum Beispiel das Vandalisieren einer Toilette nichts anderes als ein Übung in Selbstwirksamkeit.

00:32:05: also ich verändere die Gestalt von etwas.

00:32:07: ich interlasse manchmal sehr buchstäblich meine Handschrift irgendwo Darum sehen Schultoiletten so aus wie sie aussähen.

00:32:13: Sie sind die letzte kreative Leinwand.

00:32:20: Ich glaube, das ist der zentralen Punkt.

00:32:22: Wir müssen lernen dass es erlernte Hilflosigkeit gibt und dass sie erlernt ist.

00:32:26: also wir müssen sich verlernen wieder und das geht halt nur durch das immer wieder und ständige erfahren von wenn ich etwas tue verändert sich etwas in der welt um.

00:32:36: deswegen kann das auch kein wochenend projekt sein.

00:32:39: es kann kein planspiel sein weil ich ja darin nichts grundlegend neues über die welt Erlerne und verinnerliche in dieser Weise.

00:32:49: Wie ist es eigentlich mit Schülerinnen, von denen ihr das Gefühl habt da hat so eine privilegierte Übersättigung stattgefunden?

00:32:57: Da sind wir vielleicht wieder bei dem Konsumverhalten.

00:32:59: ja dass auch antrainiert wird oder praktiziert wird das auch vielleicht ein Stück weit wieder zu verlieren.

00:33:06: wahrscheinlich geht es in derselbe Richtung ja dass man irgendwo für dann doch brennt und Begeisterung Erspürt, wenn es erst mal um Ideenwettbewerbe geht.

00:33:16: Das klingt jetzt sehr ökonomisiert aber letztlich ist das ja auch irgendwie wer hat schöne Ideen die irgendwie allen Spaß machen.

00:33:26: Holt ihr da wirklich alle ab?

00:33:29: Also ich würde nie behaupten dass wir alle abholen.

00:33:31: Es ist wie gesagt auch gar nicht unser Anspruch.

00:33:34: Wir wollen Tore öffnen und wir können die Leute nicht hindurch führen.

00:33:38: Aber der Ansatz, den wir verfolgen ist das die Konsumentenhaltung mit dem wir ein Stück weit alle aufwachsen.

00:33:44: Wir werden ja von unseren Smartphones bis in unsere Innenstädte praktisch nur als Konsument angesprochen und auch ehrlicherweise von der Politik, vom Wahlkampagnen werden wir als Konsumenten angesprochen.

00:33:54: Wir haben ja selten angehalten selber Dinge zu tun sondern uns werden Dinge versprochen, die wir mit unserer Stimme kaufen können.

00:33:59: Und dann sagen wir die Regierung liefert nicht Obwohl wir doch bestellt haben.

00:34:04: jetzt können wir reklamieren oder wir können hingehen und selber machen.

00:34:08: Und dass es der Schritt Konsument sein ist eine sehr ohnmächtige Position, weil ich komplett abhängig von der Auslage bin.

00:34:18: Das ist wo ich die übersättigten jungen Menschen am unglücklichsten finde – nämlich da, wo die Auslage meistens nicht reicht, weil menschliche Grundbedürfnisse normal weit über Konsum hinausgehen.

00:34:31: Wir wollen Teilhaben, Einfluss haben, wir wollen gebraucht werden.

00:34:35: Wir wollen gesehen werden und wir wollen Gesellschaft und Kommune.

00:34:40: Und das sind Dinge die müssen wir uns bauen und erarbeiten – sie brauchen Reibung!

00:34:46: Ich glaube, die Kunst ist in diese Reibungen einzuladen auf eine Weise, die erst mal Spaß macht bis man begreift dass die Reibong auch gut tut.

00:34:54: Und ich glaube dieses Spass machen geht ja nicht so sehr um ein Ideen-Wettbewerb sondern für mich geht es darum, wie kann ich meine Schule gestalten, damit ich hier einfach besser lernen kann?

00:35:05: Damit ich ja einfach besser sein kann.

00:35:07: Vielleicht brauche ich einen Ruheraum vielleicht brauche Ich dass ich mein Handy in bestimmten Räumen benutzen darf aber vielleicht Brauche ich das auf dem Schulhof nicht alle an ihrem Handy rumhängen dürfen und diese Art von Gestaltung des eigenen Raums ist ja schon kein Konsum mehr.

00:35:27: Nun stellt sich auch die Frage für mich in, wie weit Beteiligungsprozesse nachhaltig gestaltet werden können.

00:35:36: Erfahrungsgemäß gibt es dann einen kurzen Hype, eine gewisse Euphorie wenn man erkannt hat hey das ist toll!

00:35:42: Das macht Spaß, man kann wirklich etwas verändern ja... Wie kann man das sozusagen pflegen und weiter praktizieren so dass es wirklich dabei bleibt?

00:35:53: Wir erleben mit Aula immer so ein Hypecycle.

00:35:56: Also bei der Einführung kommen natürlich ganz viele Ideen rein, da machen noch alle ganz aktiv mithaben es präsent auf dem Schirm weil sie haben's gerade erst gelernt und dann sind alle so jee Beteiligung!

00:36:06: Und dann melden uns ganz, ganz viele Schulen nach einem halben Jahr oder so zurück.

00:36:10: ja bei uns hat auch leider gar nicht funktioniert.

00:36:12: also bei uns ist das Projekt gestorben.

00:36:14: das funktioniert bei uns leider nicht.

00:36:16: Und dann fragen wir bei den Schülern, was ist denn da los?

00:36:18: Und die sagen oft so ja weiß ich nicht.

00:36:20: Ich habe jetzt meine Idee eingestellt aber da passiert jetzt irgendwie nichts mit keine Ahnung.

00:36:24: und das ist der Moment, der ist ganz wertvoll wo wir lernen dass Demokratie eben kein Wunschkonzert ist sondern Arbeit.

00:36:32: also es reicht nicht meine Idee einzustellen.

00:36:35: an dieser Stelle brauchen wir pro Schule zwei drei vier engagierte Erwachsene die an die Jugendlichen glauben Du hast doch hier eine Idee eingestellt, mach doch mal Werbung dafür.

00:36:49: Geh doch mal durch die Klassen oder benutzt die Lautsprecheransage oder macht ein Plakat.

00:36:58: Was ist denn jetzt mit eurem Projekt daraus geworden?

00:37:02: Habt ihr schon einmal versucht euch vielleicht wöchentlich zu treffen für die Planung solche Dinge?

00:37:06: also es Das ist, wo wir das Handwerkszeug erlernen.

00:37:12: Und das ist vor allem da, wo unser Gehirn rauskommt aus der sofortigen Belohnung von Social Media – wo wir Dopamin auf Knopfdruck kriegen.

00:37:22: Deswegen sind wir oft gar nicht mehr gewöhnt in etwas zu investieren, dass dann später ein viel nachhaltigerer Erfolg hat.

00:37:31: Deswegen muss hier Beziehungsarbeit stattfinden!

00:37:34: Und meistens ist das dann so ein Tal der Enttäuschung, aus dem man nach einem Jahr rauskommt.

00:37:44: Bei zwei Jahren Laufzeitauler ist es meistens so dass das ein ziemlicher Selbstläufer ist wo wir vielleicht eine oder zwei große schulweite Ideen pro halbjahr haben und das reicht ja auch ne?

00:37:55: Es muss ja auch bewältigt werden können und dekuliert werden können.

00:37:58: Das Wichtigste ist dann dass die Schule dafür sorgt dass diese Amutigungsfunktion, aber auch die Moderationsfunktionen, die sehr stark Schüler in den Getrieben sind.

00:38:09: Dass das nachgeschult wird, dass da immer wieder neue Leute nachrücken weil natürlich Schülerinnen die Schule verlassen und das ist so die Gefahr für Aula wenn deine aktivsten ModeratorInnen die Schule verlassen und sich keine Nachfolger gesucht und aufgebaut haben.

00:38:24: Das macht die Nachhaltigkeit

00:38:25: Das heißt, es geht auch um Kontinuitäten.

00:38:28: Wenn man ernsthaft daran interessiert ist Aula umzusetzen damit sind wir schon bei den Schritten der Umsetzung die du ganz schön auch geschildert hast dass das auch Lehrerinnen braucht die eben auch immer wieder dran bleiben auch ermutigen oder vielleicht mal Ideen reingeben.

00:38:43: Du könntest das so oder so gestalten.

00:38:45: Das Ganze hat auch, und ich glaube das ist ziemlich deutlich geworden aus dem was du bereits erzählt hast eine politische Perspektive.

00:38:54: Ich habe immer sozusagen parallel überlegt bei dem was Du gesagt hast ja politisch könnte man es eins zu eins so übernehmen Selbstwirksamkeit Konsumhaltung.

00:39:06: Du selbst hast auch schon die Analogien genannt.

00:39:09: Es geht wirklich um gelebte Demokratie.

00:39:13: Ist das tatsächlich auch das, was dir vorschwebt?

00:39:16: Gibt es da sozusagen über diesen gelebten Schulalltag der Partizipation heraus genau diese Frage der demokratischen Gesellschaft oder offenen Gesellschaft die für dich dabei relevant ist und mitschwingt.

00:39:29: Das ist etwas mich immer umtreibt.

00:39:31: ich mache Aula ja nicht als selbstzweck weil ich irgendwie Lehrern auf den Keks kämen will und noch mehr zu tun käme will.

00:39:37: Meine in der Schule.

00:39:38: wir verlassen die Familie Und wir kommen in die Kita oder in die Schule und lernen zum ersten Mal, was will denn die Gesellschaft von mir?

00:39:47: Ich habe jetzt so ein bisschen halbwegs verstanden, was meine Rolle im Familienverbund ist.

00:39:50: Jetzt lerne ich, was wird die Gesellschaft vom mir?

00:39:52: Das ist die Sekundärsozialisation!

00:39:58: Was die Gesellschaft formuliert als Erwartungen ist das, was ich jeden Tag als Ansprüche erlebe... Du musst um acht Uhr morgens hier sein.

00:40:07: Du musst auf diesem Sitzplatz sitzen, du musst schon während dein Körper noch schläft, musst du schon neugierig auf Mathe sein.

00:40:14: und jetzt halt stopp!

00:40:14: Jetzt sei nicht mehr neugiere ich auf Matte, jetzt sei bitte neugirig auf Deutsch.

00:40:17: wenn du jetzt noch ins Mathebuch guckst kriegst du Ärger.

00:40:20: und lern das alles und gib es bei einer Prüfung wieder dann kriegste eine gute Note.

00:40:24: erfülle die Erwartungen die an dich gestellt sind.

00:40:26: benutze die Formel so wie du sie gelernt hast Dann kriegts eine gute note.

00:40:31: Das heißt, wir lernen Erwartungen zu erfüllen.

00:40:33: Wir lernen einen großen Teil Fremdbestimmung und letzten Endes ist das was unser Gesellschaftsbild prägt.

00:40:42: Und dann sitzen wir immer so mit verschränkten Armen und sagen okay was ist denn jetzt in Deutschland?

00:40:46: Ja da sind wir wieder in so einer Konsumentenhaltung!

00:40:48: Dann tanzen mir mal vor Herr Lehrer.

00:40:52: Ich glaube es ist zutiefst problematisch in einer demokratischen Gesellschaft Denn wenn wir verinnerlichen dass Nichts ausrichten können oder viele Kinder sagen mir auch so, die Lehrer machen doch eh was sie wollen.

00:41:06: Und dann muss ich immer an dieses AfD-PG da wieder oben machen, doch über sie wollen!

00:41:11: Die Eliten oder die Akademiker oder die Grünen oder die Juden ist ja egal wenn man da als die da oben einsetzt.

00:41:24: aber es ist immer so eine Verschwörung theoretische Erzählung fast.

00:41:29: Und dann kommen halt Leute und sagen, ja du hast recht.

00:41:33: Du bist ein armes, armes Opfer!

00:41:34: Wenn du mich den starken Onkel willst, dann werde ich es denen da oben so richtig zeigen... ...und dann werde dich alles wieder normal machen wie du's kennst.. ..und dann kannst du wieder ganz normal konsumieren.

00:41:44: Das ist gefährlich weil das so eine anschlussfähige Erzählung ist an dieser Selbstbild von Ich bin ja eigentlich sehr fremdbestimmt.

00:41:51: Deswegen finde ich es so wichtig dass Sozialisation in einer aktiven Rolle passiert.

00:41:56: Und das schon ganz früh?

00:41:58: Eines der Prinzipien von Aula ist es auch das radikale Ernstnehmen.

00:42:03: Ja, funktioniert das denn auch bei diskriminierenden Aussagen?

00:42:07: oder reicht hier das Prinzip sozusagen seine Grenzen?

00:42:12: Ich glaube, es funktioniert bei diskriminerenden Aussagens wenn man es richtig anbindet.

00:42:17: ich bekomme immer sehr viele Befürchtungen dass mit Aula Diskriminierende Aussagen getroffen werden.

00:42:22: Das ist im Alltag leider gar nicht so viel.

00:42:25: und ich sage leider weil Es ist ja eigentlich ganz gut, wenn wir eine Schülerinnen und Schüler, der rassistisch oder sexistisch unterwegs ist oder antisemitisch oder sonst wie in einem pädagogisch bearbeitbaren Rahmen diese Aussagen treffen hören.

00:42:45: Weil sonst passiert das in WhatsApp-Gruppen!

00:42:46: Und da kommen wir nicht dran, dass es erst mal so... Aber wenn jemand das per Aula sagt dann kann ich ja damit arbeiten.

00:42:53: Und jetzt ist die Frage, wie arbeite ich damit?

00:42:54: Und meine erste Priorität ist natürlich immer die Mitschülerinnen zu schützen, die Betroffenen zu schützen.

00:43:00: Das heißt ich muss... Wir haben dann Moderationsverträge, das moderieren ja auch ganz stark SchülerInnen, die reden dann darüber, was machen wir?

00:43:07: Wenn wir sowas finden, da wird es meistens gelöscht und dann wird das Gespräch mit demjenigen gesucht.

00:43:12: Aber im Gespräch gerade mit einer pädagogischen Fachkraft ist es tatsächlich wertvoll, das ernstzunehmen.

00:43:18: wenn jemand geschrieben hat Ausländer rauszufragen warum möchtest du das?

00:43:24: Und wenn er dann erzählt irgendwas von Messeradentaten und so weiter, ich gehe gar nicht auf seine Verschwörungstheorien ein.

00:43:31: Ich gehe gar nie auf die Desinformation ein, weil das zu widerlegen ist Bergaufkampf, den man gewinnen kann.

00:43:38: Sondern ich frage ja aber warum du also für dein Leben?

00:43:42: was macht das besser?

00:43:43: Welches Bedürfnis erfüllt das bei dir?

00:43:49: Keine Ahnung.

00:43:49: Das Bedürfnis nach Sicherheit oder das Bedürfen, meistens ist es das nicht?

00:43:53: Meistens sind es das Bedirven nach Anerkennung durch die Mitschüler in dem ich sowas sage oder dass bedürfendes nach gesehen werden.

00:43:59: Ich habe das Gefühl mit denen hier kein Deutsch sprechen wird so viel gearbeitet und mit mir überhaupt nicht.

00:44:05: Ja also kann es auch sein!

00:44:07: Und wenn ich da dran komme dann kann ich ja mit den Menschen an dem arbeiten was ihnen eigentlich umtreibt ohne dass seine Gefühle fehlgeleitet sind von dieser Erzählung, die oben auf diese Gefühlle drauf gepropft wurde.

00:44:20: Denn wenn wir ehrlich sind – ist das ja was passiert?

00:44:23: Wir fühlen als Menschen berechtigte Wut zum Beispiel über Ungerechtigkeit!

00:44:27: Wir fühlten berechtigt der Angst darüber, dass Dinge sich ändern und unsere Zukunft ungewiss ist.

00:44:33: Wir fühlt gerechtfertigte Verzweiflungen darüber, daß die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird und wir Gefahr laufen zu den Armen zu gehören.

00:44:43: All diese Gefühle sind echt und haben Bestand und sind wertvoll, weil sie uns eine Information geben.

00:44:49: Jetzt kann man aber – und das machen Probulisten – diese Gefülle mit einer Geschichte kapern.

00:44:54: Und wenn man gesagt dieses Gefühl stammt davon, dass ist der Quell deines Schmerzes dann funktioniert das.

00:45:00: Aber es ist eine Lüge!

00:45:01: Wenn wir die Lügel den konstruieren wollen, dann müssen wir wieder zu dem Gefühl zurück.

00:45:07: Und dieses Gefühl ermitteln wir aber nicht, wenn wir einfach nur dem Schüler sagen nein du bist drassistisch, hör auf das hat hier keinen Platz.

00:45:12: Das ist zwar wichtig für den Schutz der Mitschüler, für den Schutz der Gemeinschaft.

00:45:17: Aber man wird an dieser Stelle den Schüler nicht ändern oder nur noch weitere Dekalitionen?

00:45:23: Viele Lehrkräfte und das hast du auch schon kurz angesprochen die erleben Beteiligung als zusätzliche Aufgabe in einem ohnehin ziemlich vollen Alltag.

00:45:34: Marina was möchtest Du ihnen zum Schluss unseres Gesprächs mit auf den Weg geben?

00:45:38: Es ist valide also... Erst mal es ist total valide zu sagen, oh Gott das auch noch wenn soll ich denn dass auch noch machen.

00:45:45: Wir haben Objektiv wir verwalten in Schule Mangel und das ist eine Entscheidung!

00:45:50: Das ist kein Naturgesetz.

00:45:51: Es sind Entscheidungen die unsere Gesellschaft getroffen hat und es ist ein politisches Problem.

00:45:56: Das heißt das erste was wir machen müssen ist, wir brauchen weniger Personal an Schulen.

00:46:00: Nicht immer nur Lehrkräfte!

00:46:01: Wir brauchen viel mehr sozialpädagogisches und psychologisches Verwaltungspersonal IT-Personal.

00:46:08: Warum sollte eine Schule schlechter ausgestattet sein als ein Betrieb?

00:46:11: Eine Bank?

00:46:13: Sie macht immerhin kann man argumentieren die wichtigere Arbeit.

00:46:16: Das zweite ist... ...wir haben in der Schule wenig Zeit weil wir unglaublich viel prüfen.

00:46:23: Aber wir wissen auch aus der Pädagogik und Psychologie, dass Prüfungen keine valide Erhebung des Lernstands sind.

00:46:31: Das heißt die meisten Prüfungen erzeugen unnötigen Druck, der das Lernen erschwert, erzeugend Superfingelkorrekturaufwand fast keinen Erkenntnis gewinnen, weil mich vielleicht gar nicht interessiert wie gut Susi darin ist um acht Uhr morgens schriftlich unter Zeitdruck eine Formel wiederzugeben die sie gestern Abend auswendig gelernt hat.

00:47:01: Das heißt insgesamt würde ich mich dafür einsetzen weniger zu prüfen mehr Freiheitsgrade an Schule.

00:47:06: und das dritte ist aber – und das setzt nicht voraus dass ihr das Schulsystem

00:47:10: endet!

00:47:12: Ich möchte nicht dass Demokratie etwas ist was ihr auch noch macht.

00:47:16: oder wenn es Heid ist Wenn Mathe durch ist, dann ist jetzt Zeit für Demokratie.

00:47:21: Demokratie sollte etwas sein, das einfach eine andere Herangehensweise ist an das was ihr sowieso schon macht.

00:47:27: Natürlich könnt ihr ein Handyverbot erlassen und dann viele viele Stunden damit zubringen irgendwelche Strafen auszusprechen um Handys einzusammeln und Standpaugen zu halten oder ihr investiert diese Zeit am Anfang Und macht eine gemeinsame Debatte mit den Schülerinnen um ein Handyverbot und lasst die SchülerInnen das beschließen.

00:47:47: Und dann monitoren sie das selber, und ihr habt damit nichts mehr zu tun!

00:47:51: Das ist teilweise gar nicht der Mehraufwand.

00:47:55: Es ist einfach nur eine andere Weise Dinge zu betrachten und zu machen.

00:47:59: Das sagt Marina Weißbandt.

00:48:01: Vielen Dank für das Gespräch und den Austausch, Marina.

00:48:04: Danke dir!

00:48:06: Wir freuen uns, wenn ihr unseren Podcast abonniert und mit Freundinnen, Kolleginnen und weiteren interessierten teilt.

00:48:13: Wenn ihr euch fragt wie Vielfalt und Teilhabe nicht nur in einzelnen Projekten sondern systemisch und langfristig in Schule verankert werden können dann könnte unsere neue Kiwi-Prozessberatung interessant für euch sein.

00:48:26: dabei begleiten wir Schulen über einen längeren Zeitraum praxisnah und kostenfrei Und wenn ihr euch mehr austauscht zu herausfordernden Situation rund um Diskriminierung im Schulalltag wünscht, bieten wir außerdem moderierte kollegiale Fallberatung für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte an.

00:48:44: Mehr Informationen zu den Angeboten und weitere Kiwi-Baustein findet ihr unter care.de.

00:48:51: slash

00:48:51: kiwi und in den Show notes.

00:48:54: Wenn ihr Interesse an den Angeboten des Kiwi-Programms habt oder Feedback, Fragen und Anregungen zum Podcast teilen möchtet, erreicht er uns jederzeit unter folgender E-Mail kiwi.edcair.de.

00:49:08: Das Kiwi Programm und dieser Podcast werden gefördert durch den Amivfonds der Europäischen Union – zudem wird die Schulprojektförderung durch die Deutsche Bankstiftung unterstützt!

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